Am Samstag, 7. Februar fand organisiert und durchgeführt von den Alumni Scholae Einsidlensis die Prämierung der besten Maturaarbeiten im Theatersaal der Stiftsschule Einsiedeln statt.
Knapp 40 Arbeiten wurden eingereicht so durfte die fünfköpfige Jury beinahe 2000 Seiten Nachwuchsforschung sichten.
Auf den ersten Platz schaffte es Hugo Vetter mit seiner Arbeit “Morphende Flügelprofile für vertikalachsige Kleinwindräder”.
Solarpanels auf den Dächern gehören mittlerweile zum normalen Landschaftsbild. Wer hingegen an Windkraft denkt, stellt sich riesige Anlagen vor, die markant in der Landschaft stehen. Aber eine Windturbine fürs Eigenheim? Genau dies war das Ziel des Einsiedlers Hugo Vetter. Im Rahmen seiner Maturaarbeit entwickelte er ein vertikalachsiges Kleinwindrad. Als begeisterter Flugzeugfan schaute er sich dafür aus der Aviatik eine Technik ab, welche die Windströmung für einen besseren Auftrieb und geringeren Luftwiderstand optimiert. Bei Flugzeugen geschieht dies mit „Flaps“, kleinen Fortsätzen an den Flügeln, deren Wölbung nach Bedarf verändert werden kann. So designte Hugo Vetter ein Windrad mit so genannten “morphenden” Flügeln, deren Form sich während der Rotation verändert.
Ebenfalls ausgezeichnet wurden Alexander Qin und Cecilia Selsås. Alexander schrieb seine Arbeit über Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Proteinen. Dafür hatte er die Möglichkeit, eine Forschergruppe der ETH Zürich aktiv zu unterstützen, mit deren hochspezialisierten Geräten zu arbeiten und so aktuelle Forschung unmittelbar mitzugestalten.
Cecilia widmete sich einem Phänomen, das vielen bekannt sein dürfte: Man sollte längst schlafen gehen, schiebt aber diesen Zeitpunkt so weit wie möglich hinaus, um noch etwas mehr Zeit zur freien Verfügung zu haben. Für ihre Untersuchung wählte sie gezielt Schülerinnen und Schüler aus, die von diesem Phänomen betroffen sind. Die Maturandin sammelte Daten und ging den Gründen mittels unzähliger Interviews nach. Eine wichtige Erkenntnis, die sie gewinnen konnte: Hinter dem Phänomen steht auch das psychische Bedürfnis nach Selbsterfüllung in einem studentischen Alltag, der von den Jugendlichen in hohem Masse als fremdgesteuert wahrgenommen wird.
Eine besondere Ehre wurde schliesslich Klara Jaeggi mit der Verleihung des Jury-Sonderpreises zuteil. Klara nutzte ihre Maturaarbeit, um ausgehend von ihrer Familiengeschichte das Schicksal der ungarischen Minderheit in Rumänien zwischen 1939 und 1989 in einem historischen Roman zu verarbeiten. Die Jury zeigte sich tief berührt von dieser persönlichen Reise in die eigene Familiengeschichte.
Herzlichen Glückwunsch!
Text und Foto: Philipp Lothenbach
